Die Partei hat das Wort.

Es ist die Stunde der Strategen. In Berlin sind die Sondierungsgespräche gerade zu Ende gegangen. Die Grünen sind ausgestiegen, die Delegationen von SPD und Union empfehlen die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen.

Aber so einfach ist es nicht. In der SPD gibt es keine große Neigung zum Eintritt in eine weitere Angela-Merkel-Regierung. Von der Basis bis hinauf in die Parteispitze herrscht großes Misstrauen. Die Erinnerungen an die letzte große Koalition sind noch frisch. Deshalb hat Sigmar Gabriel dem Parteikonvent einen Mitgliederentscheid über den Koalitionsvertrag vorgeschlagen - wenig überraschend hat der Konvent in diesem Sinn entschieden. Und so hat nun jedes einzelne Mitglied das Wort.

Das hat viele Folgen. Sowohl für die Verhandlungen mit der Union, als auch - und vor allem - die Verhandlungen mit den eigenen Parteimitgliedern. Ich halte diesen Weg für goldrichtig. Wir sind im Wahlkampf für unsere Themen angetreten, auch wenn uns das zu wenige geglaubt haben. Den Zweiflern beweisen wir jetzt: Uns geht es um die Inhalte. Und wenn das Ergebnis passt, werden wir zustimmen. Wenn sie nicht passen, werden wir nicht zustimmen. So einfach kann Politik sein und gleichzeitig so unendlich schwierig.

Unsere Mitgliederversammlung im Unterbezirk Fürth hat jedenfalls sehr deutlich gezeigt, dass das Angebot des Mindestlohns allein nicht ausreicht, um eine Mehrheit von einer großen Koalition zu überzeugen. Wir haben lange diskutiert. Sachlich, auf Augenhöhe und sehr ernsthaft. Und sehr kontrovers. Es hängt nun alles von den Inhalten der Verhandlungen ab. Ich bin sehr gespannt.