Debatte erwünscht! — Raed Saleh liest in der Hohen Mitte

Die SPD war immer am stärksten, wenn sie Impulse gegeben hat für große gesellschaftliche Themen. Das gilt in der heutigen Zeit immer noch und deshalb habe ich den Fraktionschef der Berliner Genossinnen und Genossen gerne zu mir in die Hohe Mitte eingeladen. Denn Raed Saleh liefert mit seinem Buch Ich Deutsch. Die neue Leitkultur den sozialdemokratischen Beitrag, wenn es in einer Zeit großer Migrationsbewegungen darum geht, wichtige Aspekte für uns alle zu definieren:

Was ist deutsch? Wie können wir in einer vielfältigen Gesellschaft zusammenleben, unabhängig von Religion, Ethnien und anderen Etiketten, die oft mehr ausgrenzen als hilfreich sind? Welche Regeln braucht es, damit aus Gästen in Deutschland Mitbewohner werden, die sich friedlich und offen integrieren? Alle diese Fragen beantwortete Raed für die 50 Gäste mit einer großen Energie, klugen Gedanken und einer großen Überzeugungskraft. Salami stand am Anfang seiner amüsanten und kurzweiligen literarischen Reise, es ging um Zusammenleben, respektvolle Begegnung, aufeinander zugehen, gemeinsame Werte definieren und mit Leben füllen. Alle Mitglieder unserer Gesellschaft gehören dazu, machen die Regeln mit, prägen die dynamische Kultur unseres Landes mit.

Dabei machte Raed klar, dass wir als Sozialdemokraten in dieser Diskussion Mut brauchen und Mut haben dürfen. Der Begriff „Leitkultur“ gehört nicht den Rechten und Konservativen, sondern ist ein linker, den wir als linke Kraft und Volkspartei gerne besetzen und definieren dürfen, sogar müssen. „Wir dürfen da den rechten Vordenkern nicht das Feld überlassen. Ich habe das Gefühl, dass wir jetzt unsere zweite Chance erhalten haben. Wir dürfen die Fehler, die die Populisten stark gemacht haben, kein zweites Mal machen“, erklärte er in der intensiven, konstruktiven Diskussion im Anschluss.

Dass er dabei in Fürth in einer Stadt war, die genau diese Debatte offen und sozialdemokratisch bereits führt, hatte Sozialreferentin Elisabeth Reichert in ihrer Einführung schon unterstrichen. Die Integrationssätze unserer Stadt haben für ein friedliches Zusammenleben ein tolles Fundament gelegt. „Integration muss eng mit dem friedlichen Zusammenleben verbunden sein, nur dann funktioniert sie. Angstfrei, friedlich und gerecht, mit den Werten Solidarität, Respekt und Verantwortung als unumstößliche Basis.“ Am Ende des gelungenen Abends stand so eine Erkenntnis: Wir als Sozialdemokraten dürfen und müssen diese Debatte prägen. Sie ist der Weg zu einem Miteinander, das alle integriert.